Sonntag, 23. Oktober 2011

Gewalt im Web 2.0

Anwender mit kaum mehr als durchschnittlicher EDV-Kenntnis stellen eigene Beiträge auf Server, pflegen Weblogs und verlagern auch private Daten ins öffentliche Netzwerk. Ob die Inhalte von qualitativem Wert sind, steht gar nicht zur Debatte. Noch weniger Gedanken machen sich die Leute über die Auswirkungen auf andere. Hauptsache ich errege Aufsehen und so viele User wie möglich nehmen Notiz von dem was ich ins Netz stelle. Klar haben online Enzyklopädien, wie Wikipedia ihre Vorteile und werden auch mit großer Begeisterung genutzt und auch ePaper (Onlinezeitungen) erfüllen ihren Zweck. Media-Sharing-Plattformen und Webblog sind meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu nutzen und sich mit anderen Usern auszutauschen und partizipativen Journalismus zu betreiben. Es steht außer Frage, dass das Web 2.0 viele positive Bewegungen hervorruft.
Der Nachteil an Web 2.0 ist nur, dass man als Internetnutzer genötigt wird Sachen zu sehen, die man gar nicht sehen will. Es steht ja jedem Menschen frei ob er sich auf Podcast- und Social Community-seiten bewegt oder dies strickt ablehnt. Allerdings sollte es den Benutzern und den Besuchern dieser Seiten auch freistehen, was sie sehen möchten. Und es geht mir hierbei nicht um das Süßholz von Liebespaaren oder das Partyvideo meines Nachbarn, sondern Inhalte die Einfluss auf unsere Psyche haben.

>> Erstmals hat sich nun eine Studie mit der Frage auseinandergesetzt, wie solche Darstellungen auf Jugendliche wirken. Für ihre Studie „Gewalt im Web 2.0“ befragte die Stuttgarter Medienforscherin Petra Grimm 2007 rund 800 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren. Grimm stellte ihre Ergebnisse auf der Jugendmedienschutztagung in Hannover (2. März 2009) vor.

Die Befragung habe ergeben, dass ein Viertel der Jugendlichen schon einmal Gewalt im Internet gesehen hat, sagte Grimm. Problematisch seien vor allem reale und realistische Gewaltdarstellungen, die mehr als 40 Prozent der Jugendlichen gesehen haben. Das könnten Mitschnitte von Schlägereien, Folter oder auch Hinrichtungen sein. Sie seien deshalb gefährlich, weil sie eine größere Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben.
„Nicht nur auf Jugendliche, selbst unsere Rechercheure brauchen oft psychologische Betreuung - man kann sich das einfach nicht stundenlang ansehen“, ergänzte Friedemann Schindler, der Leiter der Internetseite „jugendschutz.net“. <<

Die Mitarbeiter der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) arbeiten engagiert um die problematischen Angebote zu identifizieren, auf die Minderjährige gewollt - und vor allem auch ungewollt - stoßen. Doch angesichts der Schnelligkeit des Mediums und der Fülle jugendschutzrelevanter Angebote ist eine umfassende Kontrolle im Internet nicht mehr möglich. Das Internet hat sich zu einem selbstständigen, nicht mehr kontrollierbaren Medium entwickelt.
Und ich frage mich nun, wie wir damit umgehen sollen? Es scheint fast so, als gäbe es keine Alternative, als das Risiko einzugehen und sich der Eigengewalt des Internets auszusetzten.

Chrissi

Zitat >> http://www.fr-online.de/digital/jugend-studie-viel-gewalt-im-internet,1472406,3175008.html <<

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