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| Illustration: Gregor Aisch |
// Gregor Aisch (28) studierte Computervisualistik an der Uni Magdeburg. Seinen festen Job als Webentwickler tauschte er 2009 gegen das Freelancer-Leben. Seither konzentriert er sich ganz auf die Visualisierung von Daten. Seit etwa einem Jahr lebt er davon, interaktive Datenvisualisierungen zu erstellen, unter anderem für ZEIT ONLINE, taz.de und die Deutsche Welle. Seit Kurzem schreibt er auch für das deutschsprachige Blog www.visualisiert.es über das Thema Visualisierung. Mehr über Aisch finden Sie auch unter www.driven-by-data.net.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Das Interessante an Datenvisualisierung ist für mich, dass man für jedes Projekt neue Probleme lösen muss und nicht nach einem festen Schema vorgehen kann. Gerade visualisiere ich die Entstehung eines Gesetztes, also welche Paragraphen, Sätze und Wörter wann und wer geändert hat, ähnlich wie man es von Versionsverwaltungstools beim Programmieren kennt. Meine Hoffnung ist, dass man durch die Visualisierung besser verstehen kann, wie unsere Gesetzgebung funktioniert, aber eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.
Und was ist schwierig daran?
Schwierig ist das Visualisieren von scheinbar langweiligen Daten für Auftraggeber, die einfach eine schöne Grafik haben wollen. In der Regel sind diese Projekte zwar besser bezahlt, aber ihnen fehlt der investigative Charakter des Datenjournalismus. Die Suche nach einer spannenden Geschichte kann dann zu einer regelrechten Qual werden. Manchmal hilft es auch, sich voll auf den ästhetischen Aspekt einer Visualisierung einzulassen, um wieder neue Impulse zu bekommen.
Welche Fähigkeiten braucht man für den Job?
Wenn man mit Journalisten zusammenarbeitet, muss man sich schnell in völlig neue Fachgebiete einarbeiten können. Eine Woche wälzt man sich durch Energiestatistiken, und wenig später ist an schon in die Details der Pisa-Studie vertieft. Danerben sollte man natürlich sein Handwerk beherrschen. Man muss wissen, welche Visualisierungen im Browser möglich sind, welche Tools man dafür einsetzten kann und so weiter. Wenn man alleine arbeitet, lohnt es sich auch, Erfahrungen im UX-Design zu haben.
Quelle: weave 05.11 // LIFE // Datenjournalismus

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