Montag, 21. November 2011

Putin, der "Alpha-Rüde"

 
Nicht nur Wladimir Putin weiß dank Wikileaks nun, wie Amerikaner über ihn denken. Von Sarkozy und Berlusconi bis Mugabe und Gaddafi - lesen Sie, was die US-Vertretungen über die internationale Polit-Prominenz zu berichten wissen.

Einen tierischen Vergleich hat die US-Vertretung in Russland für Wladmir Putin gefunden: Der frühere russische Präsident und jetzige Ministerpräsident wird als "Alpha-Rüde" bezeichnet.

hier weiterlesen..... http://www.sueddeutsche.de/politik/us-botschafter-ueber-internationale-politiker-putin-der-alpha-ruede-1.1029663

Blogger enthauptet aufgefunden

In der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo haben Unbekannte einen Blogger enthauptet - es ist bereits der vierte Internet-Aktivist, der im brutalen Drogenkrieg hingerichtet wurde. Alles deutet darauf hin, dass das Drogenkartell "Los Zetas" hinter dem Mord steckt.       
Die mexikanische Drogenmafia geht offenbar immer brutaler gegen ihre Online-Kritiker vor: In der nördlichen Grenzstadt Nuevo Laredo fanden die Behörden die enthauptete Leiche eines 35-jährigen Bloggers. Der Mann trug den Spitznamen "der Geiger" und moderierte ein bekanntes soziales Netzwerk in Mexiko. Dies
berichtet Wired.com unter Berufung auf mexikanische Medien. Neben der Leiche, die Merkmale von Folter aufwies, hinterließen die unbekannten Täter auf einem Pappschild eine Botschaft, die sich direkt an ihre Online-Kritiker richtet. "Hallo, ich bin 'der Geiger'", steht da zu lesen, "das hier ist mir passiert, weil ich nicht kapiert habe, dass ich einige Dinge besser nicht in sozialen Netzwerken veröffentlichen sollte. Vergesst niemals, was mir passiert ist." Wie die Online-Seite Rubionews berichtet, wurden zudem explizit einige Internet-Seiten wie Blog del narco und Denuncia Ciudadana gewarnt, dass auch sie im Visier der Täter seien.

Sonntag, 6. November 2011

Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht

Illustration: Gregor Aisch














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Gregor Aisch (28) studierte Computervisualistik an der Uni Magdeburg. Seinen festen Job als Webentwickler tauschte er 2009 gegen das Freelancer-Leben. Seither konzentriert er sich ganz auf die Visualisierung von Daten. Seit etwa einem Jahr lebt er davon, interaktive Datenvisualisierungen zu erstellen, unter anderem für ZEIT ONLINE, taz.de und die Deutsche Welle. Seit Kurzem schreibt er auch für das deutschsprachige Blog www.visualisiert.es über das Thema Visualisierung. Mehr über Aisch finden Sie auch unter www.driven-by-data.net.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Arbeit?
Das Interessante an Datenvisualisierung ist für mich, dass man für jedes Projekt neue Probleme lösen muss und nicht nach einem festen Schema vorgehen kann. Gerade visualisiere ich die Entstehung eines Gesetztes, also welche Paragraphen, Sätze und Wörter wann und wer geändert hat, ähnlich wie man es von Versionsverwaltungstools beim Programmieren kennt. Meine Hoffnung ist, dass man durch die Visualisierung besser verstehen kann, wie unsere Gesetzgebung funktioniert, aber eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

Und was ist schwierig daran?
Schwierig ist das Visualisieren von scheinbar langweiligen Daten für Auftraggeber, die einfach eine schöne Grafik haben wollen. In der Regel sind diese Projekte zwar besser bezahlt, aber ihnen fehlt der investigative Charakter des Datenjournalismus. Die Suche nach einer spannenden Geschichte kann dann zu einer regelrechten Qual werden. Manchmal hilft es auch, sich voll auf den ästhetischen Aspekt einer Visualisierung einzulassen, um wieder neue Impulse zu bekommen.

Welche Fähigkeiten braucht man für den Job?
Wenn man mit Journalisten zusammenarbeitet, muss man sich schnell in völlig neue Fachgebiete einarbeiten können. Eine Woche wälzt man sich durch Energiestatistiken, und wenig später ist an schon in die Details der Pisa-Studie vertieft. Danerben sollte man natürlich sein Handwerk beherrschen. Man muss wissen, welche Visualisierungen im Browser möglich sind, welche Tools man dafür einsetzten kann und so weiter. Wenn man alleine arbeitet, lohnt es sich auch, Erfahrungen im UX-Design zu haben.

Quelle: weave 05.11 // LIFE // Datenjournalismus

Die Verklickerer

Nur ein neuer Recherchetrend oder gar die Wiedergeburt des Journalismus von unten? Datenjournalisten bringen Licht ins weltweite Informationsdickicht und gewinnen
durch ihre transparente und partizipative Arbeitsweise das Vertrauen des Leser zurück. 
Ein neues Berufsbild entsteht.

// Die ersten zivilen Kriegsreporter traten mit der zunehmenden Verbreitung von Tageszeitungen vor ungefähr 200 Jahren in Erscheinung. Schon damals erkannten die Verlage, wie gut sich der Krieg verkauft. Heute haben wir das Internet, immer noch Kriege und außerdem eine Quellenlage, von der William Howard Russell –
er gilt als der erste Kriegsreporter und schrieb damals für die »London Times« – nie zu träumen gewagt hätte. WikiLeaks, VroniPlag: Diese berüchtigten Datenquellen stehen jedem offen – zumindest theoretisch, denn verständlich aufbereitet sind sie mitnichten.
Hier kommen die Datenjournalisten ins Spiel, ein Berufszweig, der sich dank des »neuen« Mediums immer mehr etabliert. Sie nehmen sich – bisweilen gemeinsam mit den Lesern – der kryptischen Datenbanken an und verknüpfen und analysieren die darin enthaltenen Informationen mithilfe von Datenverarbeitungsprogrammen wie beispielsweise Excel. Im Tagesgeschäft recharchieren sie Daten oder schürfen sie mittels Code (wie Pearl, Python oder Ruby) aus dem Netz – im Fachjargon als im Web Scraping bezeichnet – und erstellen eigenen Datensätze. Anschließend überprüfen sie diese, wandeln sie gegebenfalls um (»parsen« genannt), bereinigen sie und bereiten die Daten dann auf. Zumeist geschieht das in Form von Visualisierungen, denn bei den riesigen Datenmengen lassen sich Zusammenhänge sprachlich oft nicht mehr verständlich ausdrücken.

Der Begriff Datenjournalismus beziehungsweise Data-Driven Journalism erstmals 2009 mit dem Datablog des britischen »Guardian« auf (www.guardian.co.uk/news/datablog). Hingegen ist die Lehre von der computergestützten Recherche schon einige Jahre älter. Der Journalist Lars-Marten Nagel studierte bereits 2005 und 2006 an der Missouri School of Journalism, wie man mithilfe von Computern und Software Datensätze analysiert und darin Storys entdeckt (http://journalsim.missouri.edu). Er selbst mag sich nicht als Datenjournalsit bezeichnen, obwohl er zu den Vorreitern der Zunft in Deutschland gehört. Bei der dpa Deutsche Presse-Agentur beteiligte er sich zwischen 2007 und 2010 am Aufbau der ersten deutschen Computer Assisted-Reporting (CAR)-Redaktion. Diese untersucht in dem Projekt dpa RegioData bundesweite Entwicklungen auf Basis von Statistischen Daten, bricht die Ergebnisse dann auf Regionen runter und bereitet sie im Anschluss zu Infografiken auf.
Zahlenjongleur trifft rasenden Reporter trifft Infografiker: Open Data und neue Visualisierungstechniken machen es möglich: Der Journalismus erfindet sich neu und kreiert ein informatives, detailversessenes, transparentes Subgenre.

Quelle: Weave 5.11 // LIFE // Datenjournalismus

Dienstag, 1. November 2011

Digital-Room

Das neuartige Video-Magazin für Technik-Themen: interessant und kurzweilig wie ein TV-Programm, fundiert wie eine Spezialzeitschrift. Einfach mal rein klicken – und die Wirkung der Videos live auf der Webseite kennen lernen.

http://www.digital-room.de/

Sonntag, 23. Oktober 2011

The Future of Newspapers & Journalism

Gewalt im Web 2.0

Anwender mit kaum mehr als durchschnittlicher EDV-Kenntnis stellen eigene Beiträge auf Server, pflegen Weblogs und verlagern auch private Daten ins öffentliche Netzwerk. Ob die Inhalte von qualitativem Wert sind, steht gar nicht zur Debatte. Noch weniger Gedanken machen sich die Leute über die Auswirkungen auf andere. Hauptsache ich errege Aufsehen und so viele User wie möglich nehmen Notiz von dem was ich ins Netz stelle. Klar haben online Enzyklopädien, wie Wikipedia ihre Vorteile und werden auch mit großer Begeisterung genutzt und auch ePaper (Onlinezeitungen) erfüllen ihren Zweck. Media-Sharing-Plattformen und Webblog sind meiner Meinung nach eine gute Möglichkeit, das Recht auf freie Meinungsäußerung zu nutzen und sich mit anderen Usern auszutauschen und partizipativen Journalismus zu betreiben. Es steht außer Frage, dass das Web 2.0 viele positive Bewegungen hervorruft.
Der Nachteil an Web 2.0 ist nur, dass man als Internetnutzer genötigt wird Sachen zu sehen, die man gar nicht sehen will. Es steht ja jedem Menschen frei ob er sich auf Podcast- und Social Community-seiten bewegt oder dies strickt ablehnt. Allerdings sollte es den Benutzern und den Besuchern dieser Seiten auch freistehen, was sie sehen möchten. Und es geht mir hierbei nicht um das Süßholz von Liebespaaren oder das Partyvideo meines Nachbarn, sondern Inhalte die Einfluss auf unsere Psyche haben.

>> Erstmals hat sich nun eine Studie mit der Frage auseinandergesetzt, wie solche Darstellungen auf Jugendliche wirken. Für ihre Studie „Gewalt im Web 2.0“ befragte die Stuttgarter Medienforscherin Petra Grimm 2007 rund 800 Jugendliche im Alter zwischen 12 und 19 Jahren. Grimm stellte ihre Ergebnisse auf der Jugendmedienschutztagung in Hannover (2. März 2009) vor.

Die Befragung habe ergeben, dass ein Viertel der Jugendlichen schon einmal Gewalt im Internet gesehen hat, sagte Grimm. Problematisch seien vor allem reale und realistische Gewaltdarstellungen, die mehr als 40 Prozent der Jugendlichen gesehen haben. Das könnten Mitschnitte von Schlägereien, Folter oder auch Hinrichtungen sein. Sie seien deshalb gefährlich, weil sie eine größere Wirkung auf Kinder und Jugendliche haben.
„Nicht nur auf Jugendliche, selbst unsere Rechercheure brauchen oft psychologische Betreuung - man kann sich das einfach nicht stundenlang ansehen“, ergänzte Friedemann Schindler, der Leiter der Internetseite „jugendschutz.net“. <<

Die Mitarbeiter der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) arbeiten engagiert um die problematischen Angebote zu identifizieren, auf die Minderjährige gewollt - und vor allem auch ungewollt - stoßen. Doch angesichts der Schnelligkeit des Mediums und der Fülle jugendschutzrelevanter Angebote ist eine umfassende Kontrolle im Internet nicht mehr möglich. Das Internet hat sich zu einem selbstständigen, nicht mehr kontrollierbaren Medium entwickelt.
Und ich frage mich nun, wie wir damit umgehen sollen? Es scheint fast so, als gäbe es keine Alternative, als das Risiko einzugehen und sich der Eigengewalt des Internets auszusetzten.

Chrissi

Zitat >> http://www.fr-online.de/digital/jugend-studie-viel-gewalt-im-internet,1472406,3175008.html <<

Montag, 17. Oktober 2011

Stirbt die Zeitung aus?


Meine Meinung dazu ganz kurz und knackig.
Spätestens wenn uns allen die Augen aus den eckigen Höhlen fallen
und das Bild zum Fenster raus zu flackern beginnt,
werden doch einige von uns froh sein,
dass es den gedruckten Buchstaben noch gibt.

Chrissi

http://www.brandfellas.com/system/files/imagecache/image_wide/img/ZeitungM%C3%BCll.jpg

US-Stars im Web fälschlich für tot erklärt

Der Tod gleich mehrerer bekannter US-Celebrity-Stars wie Michael Jackson, Farrah Fawcett oder Ed McMahon hat in der vergangenen Woche zu einer regelrechten Flut von Falschmeldungen über das Ableben von prominenten Persönlichkeiten im Internet geführt.

Vor allem auf Social-Community-Portalen wie Facebook oder Twitter verbreiteten sich innerhalb kürzester Zeit eine ganze Reihe unbestätigter Todesnachrichten. Wie CNN berichtet, waren von dem makaberen Spiel unter anderem Stargrößen wie George Clooney, Natalie Portman, Jeff Goldblum, Harrison Ford und Britney Spears betroffen.

Während einige in der bewussten Verbreitung solcher Falschmeldungen lediglich einen “schlechten Scherz” sehen, kritisieren andere ein derartiges Verhalten als “unzumutbar” und “beleidigend”. “Wie im normalen Leben gibt es auch im Internet Schwarze Schafe, für die es dort nun mal sehr einfach ist, Gerüchte und Lügen zu kolportieren”, stellt Thomas Mrazek, Leiter des Fachausschusses Onlinejournalismus im Bayerischen Journalisten-Verband (BJV), im Gespräch mit pressetext fest.
Das bedeute aber nicht, dass deshalb gleich die Glaubwürdigkeit des gesamten Netzes in Mitleidenschaft gezogen werde. “Ich warne vor einer allzu großen Hysterie. Phasen, in denen Falschmeldungen kursierten, hat es schon immer gegeben”, betont Mrazek. Da es “das Internet” an sich aber nicht gebe, müssten Nutzer jede Seite einzeln auf ihre Glaubwürdigkeit hin überprüfen. “Dass es in der jüngsten Vergangenheit immer häufiger Falschmeldungen gab, hat mitunter auch etwas Lehrreiches. Künftig werden die Nutzer dadurch vielleicht mehr Skepsis walten lassen. Unfälle wird es freilich aber immer wieder geben”, merkt Mrazek an. “Im Internetzeitalter ist es leichter als jemals zuvor möglich, bestimmte Neuigkeiten zu publizieren und zu verbreiten”, zitiert CNN Gabriel Snyder, Managing Director des beliebten US-Nachrichten- und Klatsch-Blogs Gawker. Diejenigen Nutzer, die mehr Zeit mit dem Medium verbringen würden, seien aber in der Regel in der Lage, zwischen Falschmeldungen und echten Nachrichten, die von einem vertrauenswürdigen Blogger oder professionellen Journalisten geprüft worden sind, zu unterscheiden. Dass einige auch nicht davor zurückschrecken würden, falsche Berichte über den Tod bestimmter Persönlichkeiten im Web zu verbreiten, liege ganz einfach in der menschlichen Natur begründet. “Die menschliche Psyche ist sehr kompliziert. In den meisten dieser Fälle geht es den Betroffenen ganz sicher nur darum, Aufmerksamkeit zu erregen oder das Gefühl zu bekommen, dass man etwas Wichtiges in Gang gesetzt hat”, meint Snyder.
Mittlerweile konnte der Ursprung vieler der verbreiteten Falschmeldungen ausfindig gemacht werden. So zeichnet sich im Fall der fälschlicherweise für tot erklärten Stars Clooney, Portman, Goldblum und Ford das Online-Portal fakeawish http://www.fakeawish.com , das seinen Nutzer die Zusammenstellung falscher Celebrity-Nachrichtenmeldungen sogar per automatisiertem News-Generator erleichtert, als Übeltäter ab. “In den zwei Tagen nach dem Tod Michael Jacksons ist der Traffic auf unserer Seite von einigen wenigen tausend Usern auf rund 500.000 pro Tag angestiegen”, schildert der für die Webseite verantwortliche Betreiber. Über Natalie Portman ist beispielsweise berichtet worden, dass sie in Neuseeland von einer Klippe gestürzt und gestorben sei. “Wer genau hingeschaut hat, konnte sehen, dass dieser Meldung ein kleiner Zusatz beigefügt war, der dem Leser klar machen sollte, dass das Ganze nicht der Wahrheit entspricht. Viele Facebook- und Twitter-User haben die Story aber einfach ungeprüft weiter im Netz verbreitet”, so der fakeawish-Betreiber.

Quelle: http://www.vol.at/us-stars-im-web-faelschlich-fuer-tot-erklaert/news-20090702-05145332